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EU Cyber Resilience Act: Marktzugang auf dem Spiel – ein estnischer IT-Spezialist zeigt den Weg

Marco Spielmann, CEO von Proekspert, betont, dass Estlands frühe Ausrichtung auf digitales Vertrauen auch die Zukunft vernetzter Industrieprodukte prägt. Foto: Proekspert

Ab Dezember 2027 ist der EU Cyber Resilience Act (CRA) vollständig verbindlich: Hersteller vernetzter Produkte müssen dann Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg gewährleisten – sonst droht der Verlust des Zugangs zum EU-Markt. Für den deutschen Mittelstand bedeutet das konkreten Handlungsdruck: Bestehende Produkte müssen nachgerüstet werden, ohne die laufende Produktion zu unterbrechen. Das estnische Software-Engineering und IT-Unternehmen Proekspert hat sich auf genau diese Aufgabe spezialisiert – die CRA-konforme Weiterentwicklung bestehender Produkte, ohne Hardware-Redesign.

„Für viele Hersteller ist der Cyber Resilience Act kein Zukunftsthema mehr. Er steckt bereits in Produkten, die heute auf dem Markt sind. Industrielle Antriebe und Konfigurationstools sind ein gutes Beispiel: Heute ist fast jedes Produkt mit digitalen Elementen ein potenzieller Angriffspunkt. Sicherheit kann deshalb nicht länger als Zusatzfunktion behandelt werden“, sagt Marco Spielmann, CEO von Proekspert.

„Estland hat früh gelernt, dass digitale Systeme nur dann funktionieren, wenn Menschen ihnen vertrauen können. Das gilt zunehmend auch für vernetzte Produkte in der Industrie. Unternehmen, die das früh verstehen, werden deutlich besser positioniert sein.“
Marco Spielmann, CEO von Proekspert

Proekspert begleitet Hersteller von der ersten Lückenanalyse bis zur Zertifizierungsreife nach IEC 62443, dem international anerkannten Standard für industrielle Cybersicherheit. Was das Unternehmen von einem klassischen IT-Dienstleister unterscheidet: Proekspert denkt nicht in Patches, sondern in Produktlebenszyklen. Sichere Update-Mechanismen, Schwachstellenmanagement und klare Dokumentation sind die Strukturen, die Produkte langfristig sicher, compliant und beherrschbar halten – auch wenn sich die Anforderungen weiterentwickeln.

Das Unternehmen präsentiert seine Leistungen und Lösungen auf der Hannover Messe 2026 am estnischen Gemeinschaftsstand in Halle 26, Stand F78.

Bestehende Produkte weiterentwickeln – ohne Hardware-Redesign

Ein Beispiel zeigt, wie das in der Praxis funktioniert. Für Danfoss Drives, einen dänischen Hersteller industrieller Antriebssysteme, hat Proekspert Systeme modernisiert, die seit mehr als 20 Jahren im Einsatz waren – vollständig per Software, ohne eine einzige Hardwarekomponente anzufassen. Das Ergebnis war IEC 62443 Security Level 1 und ein bestandenes TÜV-SÜD-Audit.

Diese Systeme arbeiten nicht in einfachen Umgebungen. Industrielle Prozesse, Gebäudetechnik und kritische Infrastrukturen sind auf Geräte angewiesen, die im Betrieb nicht ausfallen dürfen. In solchen Kontexten müssen Cybersicherheit und Zuverlässigkeit unter realen Bedingungen zusammen funktionieren. Für mittelständische Hersteller, deren Produkte seit Jahren im Feld im Einsatz sind, sendet das Danfoss-Projekt daher ein wichtiges Signal: Nachrüstung für Compliance muss nicht bedeuten, ganz von vorn zu beginnen.

Proekspert, act

Ab Dezember 2027 ist der EU Cyber Resilience Act (CRA) vollständig verbindlich. Hersteller vernetzter Produkte müssen dann Cybersicherheit über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg sicherstellen – sonst riskieren sie den Zugang zum EU-Markt. Foto: Proekspert 

Cybersicherheit als nationale Priorität: Estlands Vorsprung

Die Expertise von Proekspert kommt nicht von ungefähr. Estland hat seine öffentliche Infrastruktur vollständig digitalisiert – von staatlichen Dienstleistungen und dem Gesundheitswesen bis hin zu Wahlen und Steuern. Seit den groß angelegten Cyberangriffen von 2007 wird Cybersicherheit dort als nationale Priorität behandelt und nicht als reine Pflichtübung. Heute ist Estland Sitz des NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence.

„Für viele Hersteller ist der Cyber Resilience Act kein Zukunftsthema mehr. Er steckt bereits in Produkten, die heute auf dem Markt sind. Industrielle Antriebe und Konfigurationstools sind ein gutes Beispiel: Heute ist fast jedes Produkt mit digitalen Elementen ein potenzieller Angriffspunkt.“
Marco Spielmann, CEO von Proekspert

Proekspert ist in genau diesem Umfeld gewachsen und arbeitet mit Software und Systemen, bei denen Zuverlässigkeit und Cybersicherheit entscheidend sind. Die Erfahrung des Unternehmens reicht von Finanzsystemen bis hin zu industriellen Umgebungen, in denen Software direkt in den Betrieb sicherheitskritischer Systeme eingreift. Diese Lösungen sind nicht unter Laborbedingungen entstanden, sondern aus realen Anforderungen der Praxis.

„Estland hat früh gelernt, dass digitale Systeme nur dann funktionieren, wenn Menschen ihnen vertrauen können. Das gilt zunehmend auch für vernetzte Produkte in der Industrie. Unternehmen, die das früh verstehen, werden deutlich besser positioniert sein“, sagt Marco Spielmann.

Hannover Messe 2026: Gespräch statt Broschüre

Proekspert und acht weitere estnische Unternehmen sind auf der Hannover Messe am estnischen Gemeinschaftsstand in Halle 26, Stand F78 vertreten. Marco Spielmann, CEO von Proekspert, steht auf Deutsch für Hintergrundgespräche und individuelle Erstgespräche mit Unternehmen zur Verfügung, die wissen möchten, wo sie beim CRA stehen und was der nächste Schritt ist.

Weitere estnische Unternehmen, die an der Hannover Messe teilnehmen, zeigen mit ihren Lösungen, wie industrielle Effizienz in der Praxis gesteigert werden kann:

  • 1oT bietet Multi-Carrier-SIM-Lösungen für die nahtlose Konnektivität von IoT-Geräten in 173 Ländern. Die Technologie des Unternehmens verbindet bereits rund 2 Millionen IoT-Geräte – von Vogel-Trackern bis zu E-Scootern.
  • Eliko ist ein führender Anbieter von Ultra-Wideband-(UWB)-Technologie. Das Echtzeit-Ortungssystem Eliko RTLS ermöglicht hochpräzises Tracking mit einer Genauigkeit von 10 bis 30 cm. Die Zusammenarbeit mit Bosch Thermotechnology zeigt, wie UWB-Technologie Materialflüsse in der Fertigung optimiert und Produktionsstillstände reduziert.
  • Forecr entwickelt leistungsstarke Edge-AI-Hardwarelösungen. Das Unternehmen schließt die Lücke zwischen KI-Algorithmen und deren physischem Einsatz und liefert so das „physische Gehirn“, das für leistungsfähige KI direkt vor Ort in rauen Industrieumgebungen nötig ist. FORECR verfügt über nachweisliche Erfahrung mit einigen der größten Namen der europäischen Industrie- und Verteidigungsbranche, darunter Airbus Defence, KNDS und DIEHL Defence.
  • Inission Tallinn positioniert sich als Full-Service-Hersteller für Elektronik und Mechanik und begleitet Projekte von der Produktentwicklung bis zur großvolumigen Produktion. Zertifizierungen nach ISO 9001, ISO 14001, ISO 13485 und ISO 45001 unterstreichen den hohen Anspruch an Qualität, Nachhaltigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit.
  • Proekspert entwickelt intelligente Softwarelösungen für smarte Geräte und IoT-Anwendungen. Mit der Gründung der Sensorise GmbH in Bremen hat das Unternehmen seine Präsenz in Deutschland ausgebaut.
  • Radius Machining zeigt, wie moderne CNC-Technologie die Effizienz steigert und den Ressourceneinsatz senkt – ein Ansatz, den Unternehmen wie Stäubli Hamburg GmbH bereits nutzen.
  • Thorsteel ist auf kundenspezifische Edelstahlkomponenten für die Lebensmittel-, Chemie-, Biotech- und Energieindustrie spezialisiert.
  • TB Works ist ein Auftragsfertiger mit Fokus auf industrielle Ausrüstung und Komponenten für führende Technologieanbieter. Mit zwei Werkhallen und 150 qualifizierten Mitarbeitenden liefert das Unternehmen Schnecken- und Gurtförderer, Rahmen, Chassis, Trichter und Dosieranlagen für Branchen wie Zellstoff und Papier, Holzverarbeitung, Mineralien sowie Abfallhandling und -verarbeitung. Die Expertise umfasst sowohl Kohlenstoffstahl als auch Edelstahl und wird durch Zertifizierungen nach ISO 9001, ISO 3834-2 und ISO 1090-2 EX2 untermauert.
  • Valdek ist ein familiengeführter Hersteller von Blechkomponenten mit mehr als 30 Jahren Erfahrung. Mit eigener Software sowie automatisierten Laser-, Stanz- und CNC-Biegesystemen gewährleistet das Unternehmen eine präzise und effiziente Produktion. Valdek liefert kundenspezifische Komponenten – von Prototypen bis zu Serien – für Branchen wie Telekommunikation, Robotik, Bau und Handel.

Dieser Inhalt wird von der Europäischen Union – NextGenerationEU finanziert.

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